- Startseite
- Beratung & Integration
- Quartier & Soziales
- Kinder, Jugend & Familie
- Gleichstellung & Weiterbildung
- Senioren
- AWO
- Reisen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
„… vermeintlich einfache Antworten gibt es nicht.“ Dieser Satz aus dem ZWISCHENRUF auf Seite 1 der aktuellen AWO-Information gilt nach der Bundestagswahl mehr denn je.
Eine extremistische Partei mit nur vermeintlich einfachen Antworten hat sehr viele Stimmen bekommen, die traditionellen Volksparteien versammeln immer weniger Wählerinnen und Wähler hinter sich.
Man kann über politische Themen und Gewichtungen auf demokratischer Basis streiten – über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft kann man es nicht. Wenn wir den verlieren, wenn die Sorgen der einen gegen die Sorgen der anderen ausgespielt werden, dann wird die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Dazugehörig und Abgehängt, zwischen Einwohnern 1. und 2. Klasse erst wirklich spürbar. Mit dramatischen Folgen für einen Großteil der Bevölkerung.
Bis jetzt konnte dies, nicht zuletzt durch die Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege (so etwas gibt es in anderen Ländern übrigens in dieser Form nicht) verhindert werden. Im Gegenteil: Organisationen wie die AWO bauen täglich Brücken, vermitteln, organisieren Begegnungen, motivieren und helfen, Ängste abzubauen. Ängste vor dem sozialen Absturz, Ängste vor Neuem, Unbekanntem.
Vor Ort, in den vielen Einrichtungen und Beratungsstellen, Quartierszentren, Nachbarschaftstreffs, Kitas, Schulen etc. werden gesellschaftliche Teilhabe und ein gleichberechtigtes Miteinander, von dem alle profitieren, schon lange und sehr erfolgreich gelebt.
Wir sind also vor Ort viel weiter, als das Wahlergebnis vermuten lässt. Deshalb lassen wir uns nicht beirren, setzen weiter auf die Zusammenarbeit mit den demokratischen Parteien und machen weiter unsere (soziale) Arbeit mit allen und für alle Bevölkerungsgruppen, denn wir glauben daran, dass dieses Land Heimat für alle sein kann, die sich hier zu Hause fühlen. Wer anderes behauptet, der negiert, dass Veränderungen zum Leben dazugehören, im Privatleben genauso wie im staatlichen Bereich.
Wir schließen uns einer Formulierung von Bundespräsident Steinmeier in seiner gestrigen Rede zum Tag der Deutschen Einheit an:
„Heimat gibt es auch im Plural. Ein Mensch kann mehr als eine Heimat haben, und neue Heimat finden. Das hat die Bundesrepublik für Millionen von Menschen bereits bewiesen. Sie alle sind Teil unseres "Wir" geworden … Ich glaube, Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen. Heimat ist der Ort, an dem das "Wir" Bedeutung bekommt. So ein Ort, der uns verbindet – über die Mauern unserer Lebenswelten hinweg –, den braucht ein demokratisches Gemeinwesen und den braucht auch Deutschland … Verstehen und verstanden werden – das ist Heimat.“
Übrigens: Die Nationalfarben Deutschlands, Schwarz-Rot-Gold, standen schon 1832, beim sogenannten Hambacher Fest als Höhepunkt bürgerlicher Opposition gegen Wiedereinführung diktatorischer (Herrschafts-) Strukturen, für Offenheit, Tolerenz und demokratische Bürgerrechte.
Vorstände und Geschäftsführung des AWO Unterbezirks Gelsenkirchen / Bottrop