Frauenhaus Bottrop

Flyer AWO Frauenhaus

SozialstiftungNRW übergibt Förderbescheid im Nordsternpark

Schon von weitem klingt „O sole mio“ über den Platz vor dem Förderturm im Nordsternpark und verzaubert nicht nur AWO Haupt- und Ehrenamtler*innen sondern auch Marco Schmitz, den Vorsitzenden der SozialstiftungNRW, der zur symbolischen Übergabe des Förderbescheids für den „AWO Zukunftsgarten – Inklusion gemeinsam erleben“ auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 nach Gelsenkirchen gekommen ist. Das AWO Projekt wird durch die SozialstiftungNRW gefördert und verbindet Inklusion, Nachhaltigkeit, Umweltbildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die musikalische Begrüßung durch Viktoria Sokol vom AWO Nachbarschaftschor gibt schon einen ersten Vorgeschmack auf das, was Besucher*innen im kommenden Jahr erwarten können. Zum Projekt gehören vier zentrale Bausteine: ein barrierefreier Begegnungspavillon, ein interaktiver Handicap-Parcours, ein Inklusionsforum mit persönlichen Lebensgeschichten sowie ein essbarer Garten mit Angeboten zu Umweltbildung, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Ergänzt wird das Projekt durch ein abwechslungsreiches Bühnen- und Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Workshops, Musik, Kultur und Mitmachaktionen. Alle Module bleiben auch nach der IGA dauerhaft in Gelsenkirchen erhalten.

Marco Schmitz, der sichtlich gerührt ist, freut sich über diesen einzigartigen Empfang und betont: „Die IGA wird Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen anziehen. Die Projekte der AWO nutzen diese Strahlkraft, um das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger vor Ort nachhaltig zu stärken. Die Gartenausstellung bietet eine einmalige Gelegenheit, die Quartiersarbeit aufzubauen sowie innovative Ansätze zu erproben. Gerne unterstützt die SozialstiftungNRW diese zukunftsweisende Arbeit.“

Und genau darum geht es der AWO, alle einzubinden: „Gemeinsam mit unseren zahlreichen Netzwerkpartner*innen werden wir ein vielfältiges Programm gestalten, bei dem für alle Generationen und Interessen etwas dabei ist. Ob Inklusion, Umweltbildung, Gesundheit, Kultur, Sport, Ehrenamt oder Nachbarschaft – der Zukunftsgarten wird Menschen zusammenbringen, Begegnungen ermöglichen und zeigen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt ganz praktisch gelebt werden kann“, erklärt Admir Bulic, Geschäftsführer des AWO UB Gelsenkirchen/Bottrop.

Einen beeindruckenden Einblick in das Leben von Menschen mit Handicap wird das Modul „Inklusions-Biografien“ geben, für das die Gelsenkirchener AWO Katrin Brand gewinnen konnte, die das Projekt als AWO-Ehrenamtlerin gestalten wird. Die gebürtige Nordhessin ist gelernte Print-Journalistin und arbeitete lange beim WDR, unter anderem als Korrespondentin im Hauptstadtstudio Berlin. Vor ihrer Rente leitete sie das ARD-Hörfunkstudio in Washington, DC. „In der Inklusions-Ausstellung stellen die Menschen sich selber vor, in ihren eigenen Worten. Sie erzählen von ihrem Alltag, von denen, die sie unterstützen, von Hochs und Tiefs. Ich habe viele bewegende Geschichten gehört, und immer wieder die Botschaft: bitte unterschätzt uns nicht, traut uns was zu! Starrt uns nicht an, stellt lieber Fragen! Behandelt und einfach ganz „normal“.“ Wer diese Menschen und ihre Geschichten persönlich kennenlernen möchte, hat im AWO Zukunftsgarten auf der IGA 2027 die Gelegenheit dazu.

„Der AWO Zukunftsgarten ist weit mehr als ein Beitrag zur Internationalen Gartenausstellung. Er schafft einen Ort der Begegnung, des Miteinanders und der gelebten Inklusion, an dem Menschen aller Generationen und Hintergründe zusammenkommen. Solche Projekte stärken unsere Stadt nachhaltig und zeigen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt wachsen kann. Deshalb danke ich der AWO ausdrücklich dafür, dieses zukunftsweisende Projekt mit großem Engagement nach Gelsenkirchen geholt zu haben“, sagt Manfred Leichtweis, Erster Bürgermeister der Stadt Gelsenkirchen.

„Der Nordsternpark zeigt eindrucksvoll, wie aus Orten des Wandels Orte der Zukunft werden können. Mit dem AWO Zukunftsgarten schaffen wir hier einen Raum, in dem Inklusion, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt erlebbar werden“, betont AWO UB Vorsitzender Sebastian Watermeier die besondere Bedeutung des Projekts für den Standort.

„Uns ist wichtig, auch den Talenten von nebenan eine Bühne zu geben“, betont Admir Bulic. „Der AWO Zukunftsgarten wird ein Ort sein, an dem die vielfältigen Potenziale unserer Stadt sichtbar werden. Ob Musiker*innen, Künstler*innen, Chöre, Tanzgruppen, Schulen, Kitas, Vereine, Initiativen oder engagierte Einzelpersonen – wir möchten Menschen die Möglichkeit geben, ihre Ideen, ihr Können und ihr Engagement einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gerade diejenigen, die bislang nur wenige Gelegenheiten hatten, im Rampenlicht zu stehen, möchten wir ausdrücklich ermutigen, Teil unseres Programms zu werden.“

Bereits vor Beginn der IGA startet die AWO einen umfangreichen Beteiligungsprozess. Bürger*innen, Vereine, Verbände, Schulen, Kitas, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie weitere Organisationen sind eingeladen, eigene Ideen und Beiträge einzubringen. Ergänzend entstehen im gesamten Stadtgebiet IGA-AWO-Infoinseln als Informations- und Beteiligungsorte. Wer den AWO Zukunftsgarten mitgestalten oder selbst Teil des Programms werden möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter zukunftsgarten@awo-gelsenkirchen.de zu melden.

„Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie das im nächsten Jahr bei der AWO im Zukunftsgarten aussieht und fühle mich jetzt schon willkommen“, sagt Marco Schmitz und lässt noch einmal den Blick über die Runde aus AWO Haupt- und Ehrenamtler*innen schweifen, die voller Vorfreude schon Pläne für den Zukunftsgarten schmieden. Es folgen noch einige kurze, aber herzliche Gespräche, bevor er sich wieder aufmacht, um auch unsere AWO-Freundinnen und -Freunde in Dortmund und Lünen zu besuchen.

Das Frauenhaus

Frauen – mit oder ohne Kinder, die von körperlicher, seelischer und / oder sexueller Gewalt betroffen sind, können sich an uns wenden. Unabhängig von Ihrem Alter, Nationalität oder Konfession finden Sie bei uns eine Unterkunft, Schutz und Beratung – auch ohne eigenes Einkommen oder Vermögen.

Wir wollen Ihnen Mut machen – verschweigen Sie Ihre Misshandlungen nicht länger. Wir sind für Sie und Ihre Kinder da. Wenn Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns unter der Telefonnummer: 02041 – 40 92 03. Wenn Sie uns nicht zu Bürozeiten kontaktieren können, erreichen Sie uns trotzdem über diese Telefonnummer.

Wenn Sie sich bei uns gemeldet haben, können wir mit Ihnen gemeinsam besprechen, wie es für Sie und möglicherweise auch Ihre Kinder weitergehen kann und legen mit Ihnen gemeinsam fest, was für Sie das Beste in Ihrer aktuellen Situation wäre.

Das Frauenhaus bietet Ihnen – und Ihren Kindern – zunächst Schutz, Unterstützung und Beratung an. Sie können in Ruhe über Ihre Situation nachdenken und mit uns gemeinsam - abhängig von Ihrer Individuellen Situation – einen Lösungsweg erarbeiten, bei dessen Umsetzung wir Sie beraten und begleiten. Die Adresse des Frauenhauses ist anonym.

  • Unser Haus ist ein mehrgeschossiges Haus, in dem jede Etage eine eigene Küche, ein eigenes Badezimmer sowie einen eigenen Gemeinschaftsraum hat. Der Keller und das Außengelände können ebenfalls gemeinsam genutzt werden.
  • Die Etagen haben mehrere Zimmer, wobei Mütter und ihre Kinder einen eigenen Raum bewohnen und pflegen; Alleinstehende Frauen bewohnen je nach Belegung alleine oder zu zweit ein Zimmer. Für die Kinder gibt es einen separaten Raum, der mit den Erzieherinnen des Hauses genutzt wird.
  • Wir bieten Ihnen eine gesicherte Umgebung an; während Sie bei uns sind, organisieren Sie weiterhin selbständig den Alltag für sich und Ihre Kinder.

Ihr Schutz und der Ihrer Kinder sind uns besonders wichtig; deshalb steht bei uns der Datenschutz an erster Stelle. Damit wir die Sicherheit aller Bewohnerinnen und ihrer Kinder aufrecht erhalten können, gelten für alle Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen besondere Regeln, die wir Ihnen zu Beginn erläutern; diese Regeln sind in mehrfachen Sprachen öffentlich im Haus einsehbar und einzuhalten.

Unsere Mitarbeiterinnen sprechen Deutsch, Englisch, Polnisch und Ungarisch.

Unsere Expertinnen verfügen über viele Jahre – teilweise Jahrzehnte Erfahrungen in der Arbeit mit von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern. Wir beraten Sie, wenn Sie einen Ausweg aus Ihrer Situation erreichen wollen. Wir begleiten Sie, wenn Sie die einzelnen Schritte umsetzen werden und unterstützen Sie darin, diesen Weg durchzuhalten.

Unsere Mitarbeiterinnen arbeiten in Ihrem Interesse, achten auf mögliche Kindeswohlgefährdungen und unterliegen grundsätzlich der Schweigepflicht – es sei denn, sie werden ausdrücklich davon entbunden. Sie bilden sich regelmäßig fort, um den aktuellsten gesetzlichen Stand in der Beratung abbilden zu können und sind in verschiedenen Netzwerken aktiv, um gute Ideen mit in die Arbeit einbinden zu können.

Neben der Arbeit mit Ihnen werden wir für Ihre Kinder und Sie – abhängig von den Interessen, dem Alter der Kinder und den fallbezogenen Möglichkeiten - Fortbildungen, Aktionen, Ausflüge anbieten, die Ihnen und Ihren Kindern helfen, Selbstvertrauen zu entwickeln und ein Leben nach Ihren Gewalterfahrungen vorstellbar werden lassen.

Neben den eigenen AWO-Leitprinzipien sind wir in unserer Arbeit durch internationale Selbstverpflichtungsvereinbarungen der Nationalstaaten in Form von Konventionen, denen die EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt haben, gebunden. Die sogenannte Instanbul-Konvention (siehe Kasten rechts) legt einen besonderen Fokus auf häusliche Gewalt und schließt hier betroffene Männer und Kinder mit ein (Artikel 2). Dieser Artikel ist unmittelbar für die Arbeit der Mitarbeiterinnen in der Frauenhausarbeit relevant.

Marie Juchacz (1879-1956), Vordenkerin und Gründerin der AWO, verankerte die erste emanzipatorisch ausgerichtete Wohlfahrtsorganisation für die Arbeiterschaft 1919. Damit tat sie den ersten und entscheidenden Schritt, neben den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden eine eigene wohlfahrtspolitische Säule zu etablieren. lhre Grundidee war soziale Fürsorge als Aufgabe und Verpflichtung von Staat und Gesellschaft sicherzustellen, ihre Verankerung im Recht als verlässliche Leistung - kein Gnadenakt! lhr Ziel damals war es, die Not einer Nachkriegsgesellschaft zu lindern und Chancengleichheit für alle durchzusetzen. Arbeiter*innen und ihre Kinder sollten gefördert werden, selbständig für sich und ihre Familien sorgen zu können.

Deshalb bestimmen drei Leitideen die Arbeit der AWO:

  1. Hilfe zur Selbsthilfe
  2. Selbstbestimmung statt Abhängigkeit
  3. Zugang zu Bildung

Das Frauenhaus der AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop besteht seit den 90iger Jahren. Die Einrichtung wurde im Mai 1990 im Sozialausschuss der Stadt Bottrop beschlossen und am 1.April 1992 wurde offiziell die Trägerschaft an die Arbeiterwohlfahrt übergeben. Seitdem wird die Arbeit an den Werten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ausgerichtet.

Die Personalkosten für das Frauenhaus Bottrop werden im Rahmen der Maßnahmen zum Schutz und der Hilfe für gewaltbetroffene Frauen durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung gefördert.

Darüber hinaus finanzieren wir die Aufenthalte der Frauen und ihrer Kinder über die Vorfinanzierung der abzurechenden Tagessätze durch das Sozialamt der Stadt Bottrop.

Ergänzend erhalten wir private Spenden sowie Spenden von Vereinen und privaten Stiftungen.
Private Sachspenden (Kleidung für Frauen und Kinder, Möbel, elektronische Kleingeräte und Haushaltswaren) nehmen wir ebenfalls an.

Gefördert durch:

Frauenhaus Bottrop

02041 40 92 03

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Die Istanbul - Konvention:

Die Istanbul-Konvention ist handlungsleitend für unsere Arbeit.